{"id":64,"date":"2019-11-02T17:02:23","date_gmt":"2019-11-02T17:02:23","guid":{"rendered":"http:\/\/juergensblog.de\/?p=64"},"modified":"2019-11-07T18:50:05","modified_gmt":"2019-11-07T18:50:05","slug":"im-baum","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/juergensblog.de\/?p=64","title":{"rendered":"Im Baum"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-drop-cap\">Vor einigen Jahren war ich im S\u00fcden von England unterwegs und\nhatte mir vorgenommen, die legend\u00e4re spirituelle Seite Englands\nkennen zu lernen. Dabei&nbsp; versuchte ich, etwas f\u00fcr meine\nMeditationsf\u00e4higkeiten zu tun und bei jedem vermuteten Kraftort zu\nmeditieren. Anfangs war das nicht wirklich leicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine der wichtigsten Stationen war der ber\u00fchmte Tor in\nGlastonbury. Ein gro\u00dfer H\u00fcgel, auf dem ein Tempelrest steht. Die\nGegend soll ja das sagenumwobene Avalon sein. Und, ich gebe zu, wenn\nman dort oben in der untergehenden Abendsonne sitzt und erste Nebel\nauf dem Land rund herum auftauchen, k\u00f6nnen schon Vorstellungen von\nherumziehenden Rittern entstehen &#8211; unterwegs nach Camelot.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"661\" src=\"http:\/\/juergensblog.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Glastonbury-1024x661.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-11\" srcset=\"http:\/\/juergensblog.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Glastonbury-1024x661.jpg 1024w, http:\/\/juergensblog.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Glastonbury-300x194.jpg 300w, http:\/\/juergensblog.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Glastonbury-768x496.jpg 768w, http:\/\/juergensblog.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Glastonbury.jpg 1709w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Dort sa\u00df ich eines Tages im Gras auf dem Berg vor einer\ngrandiosen Landschaft und schaffte es nicht wirklich, meine Gedanken\nlos zu lassen. Ich versuchte mir vorzustellen, ich sei ein Baum und\nwurzele in der Erde. Prompt versuchte ein Maik\u00e4fer, eine guten\nLandeplatz und Unterschlupf an meinem Ohr zu finden. Super. Standhaft\nhabe ich ihn eine ganze Zeit lang gew\u00e4hren lassen. Aber als noch ein\nzweiter immer wieder vorbeiflog, war es mit meiner Konzentration und\ndem Loslassen nicht wirklich gut bestellt. Und irgendwann fiel mir\nein, dass der Berg ja mit seinem ehemaligen Tempel einer G\u00f6ttin\ngeweiht war und diese hat vielleicht etwas gegen zudringliche M\u00e4nner.\nDa ich einsah, dass ich dann wohl keine Chance habe, irgendwelche\nWurzeln zu schlagen, stellte ich mir vor, meine Wurzeln umspannen die\nganze Weltkugel. Das klappte dann ganz gut und ich f\u00fchlte mich wie\nein Weltenbaum. Prima, die G\u00f6ttin hatte ihre Ruhe und ich hatte\nmeine sch\u00f6ne Meditation.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf meinem weiteren \u00f6stlichen Weg probierte ich noch etliche\nandere Pl\u00e4tze mit mehr oder weniger Erfolg. Aber mir wurde immer\nklarer: sich einfach hinzusetzen und erfolgreich meditieren ist\nselbst in diesem beeindruckenden Land nicht immer leicht. Damals war\nmir noch nicht klar, dass Meditieren und Erfolg nichts miteinander zu\ntun haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Sp\u00e4ter beim sch\u00f6nen Avebury, einem riesigen Steinkreis (sogar\nmit H\u00e4usern darin) in der N\u00e4he von Marlboro hatte ich dann noch ein\nbeeindruckendes Erlebnis. Am Rande des Kreises stehen vier wirklich\ngro\u00dfe Buchen, die einen erstaunlichen gemeinsamen Wurzelberg\ngebildet haben. Und zwischen diesen Buchen setzte ich mich auf einige\ngro\u00dfe Wurzeln und versuchte zu meditieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Und diesmal musste ich wohl etwas richtig gemacht haben. Eben\ndachte ich noch an drei uralte Lieblings-Linden aus meiner Kindheit,\ndie auch sehr geschlossen zusammengewachsen waren und erlaubte mir\nnun, diese Buchen von ihnen zu gr\u00fc\u00dfen. Und auf einmal und v\u00f6llig\n\u00fcberraschend befand sich mein Bewusstsein in einem der B\u00e4ume (in\ndem, der vorne links zu sehen ist).<\/p>\n\n\n\n<p>Der Geruch von frischem Holz wurde \u00fcberw\u00e4ltigend. Ich sp\u00fcrte\nmich mitten im weichen Stamm stecken und f\u00fchlte das Wasser durch\nmich durch str\u00f6men. Auch die komplexe Form des Baumes mit seinen\nausladenden \u00c4sten und seiner H\u00fclle aus gr\u00fcnen kr\u00e4ftigen Bl\u00e4ttern\nvermochte ich wahrzunehmen. Und dies alles aus dem Inneren des\nBaumes.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich sp\u00fcrte, dass dieser Baum mit anderen kommunizierte. Er schien\nmittels seiner Bl\u00e4tter Stoffe auszusenden und ebenso welche\naufzunehmen. Ich hatte das Gef\u00fchl, es besteht eine Verbindung\nzwischen diesem und den anderen B\u00e4umen.<\/p>\n\n\n\n<p>Was mich etwas verwirrte, war die dabei stattfindende doppelte\nWahrnehmung. Ich konnte klar denken, sp\u00fcrte mich auch in meinem\neigenen K\u00f6rper sitzen, h\u00f6rte Windrauschen, Spazierg\u00e4nger, sp\u00fcrte\ndie Sonne und Wind, und konnte trotzdem gleichzeitig diesen Baum in\neiner v\u00f6llig unvermuteten Intensit\u00e4t wahrnehmen. Und das \u00fcber\nmehrere Minuten.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/juergensblog.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Avebury.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6\" width=\"600\" height=\"550\" srcset=\"http:\/\/juergensblog.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Avebury.jpg 800w, http:\/\/juergensblog.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Avebury-300x275.jpg 300w, http:\/\/juergensblog.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Avebury-768x704.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Lange habe ich dar\u00fcber ger\u00e4tselt, ob nun wirklich mein\nBewusstsein auf die Wanderschaft in diesen Baum oder das Bewusstsein\ndieses Baumes in meines gewandert ist. \u00c4u\u00dferst beeindruckend\nempfand ich es in jedem Fall, solch intensive Gef\u00fchle von einem Baum\nzu sp\u00fcren. Und ich kann mir immer noch diesen unglaublich starken\nHolzgeruch zur\u00fcck rufen. Ein wirklich empathisches Erlebnis.<\/p>\n\n\n\n<p>Man kann mich jetzt f\u00fcr anf\u00e4llig f\u00fcr Wahnvorstellungen oder im\nDrogenrausch halten. Aber ich bin mir sicher, ich war 100% n\u00fcchtern,\nrelativ klar und hatte auch genug Wasser getrunken. Was mir bleibt,\nist die \u00dcberzeugung, dass vieles m\u00f6glich ist und wir erstaunliche\nErfahrungen machen k\u00f6nnen, wenn wir uns daf\u00fcr \u00f6ffnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor einigen Jahren war ich im S\u00fcden von England unterwegs und hatte mir vorgenommen, die legend\u00e4re spirituelle Seite Englands kennen zu lernen. Dabei&nbsp; versuchte ich, etwas f\u00fcr meine Meditationsf\u00e4higkeiten zu tun und bei jedem vermuteten Kraftort zu meditieren. Anfangs war das nicht wirklich leicht. Eine der wichtigsten Stationen war der ber\u00fchmte Tor in Glastonbury. 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